Von der Stadt aufs Land

Nun sind mein Mitfreiwilliger und ich auf unserer Einsatzstelle, der Farm Gorus, angekommen. Nur 1 1/2 Stunden Fahrt vom Gästehaus entfernt kommen wir uns hier wie in einer anderen Welt vor - hohe Berge, unglaublich viel Vegetation und eine große Artenvielfalt. Die auf der Farm lebende Familie empfing uns sehr herzlich, auch trotz der schwierigen Kommunikation aus einem Mix aus Marathi, Hindi, Englisch und Zeichensprache.
Die ersten Tage haben wir damit verbracht, uns die Abläufe auf der Farm anzuschauen und hier und da mitzuhelfen. Nun geht es aber langsam an den Alltag und an eigene Projekte, wie zum Beispiel die Inventur elektronisch zu erfassen oder einmal wöchentlich den Mitarbeitern etwas Englisch zu unterrichten.
Alltag bedeutet unter anderem drei gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie, Arbeit auf dem Feld oder das Packen der Körbe, welche dann in Pune ausgeliefert werden. Wie uns aber sehr schnell klar wurde, ist es schwierig von einem "normalen Tag" zu sprechen oder Pläne zu machen, da nahezu jeden Tag etwas unvorhergesehenes passiert. So wollten wir eines Tages nur kurz nach dem Chai die Kühe von der Weide holen - was eigentlich schnell erledigt gewesen wäre, endete am diesem Tag in einer Nachtwanderung in Flipflops durch die indischen Wälder, da die Kühe fortgelaufen waren.
Unser erstes Wochenende mussten wir ebenso spontan wieder in der WG der Pune-Freiwilligen verbringen, da sich unsere Registrierung noch hingezogen hat. Es war schon relativ stressig, vom idyllischen Land wieder in die riesige Großstadt zu kommen, ich habe mich zum Glück relativ schnell wieder daran gewöhnt - allerdings immer mit dem Wunsch im Hinterkopf bald wieder auf die Farm zu dürfen.
Die Zeit in Pune haben wir mit unseren Freunden verbracht und außerdem genutzt, um uns auf der Farm einzurichten, schließlich ist dort der nächste kleine Mini-Laden ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt. Ich habe mir zusätzlich noch eine Gitarre gekauft, um nun jede freie Minute auf der Farm in meine musikalische Karriere zu stecken ;) .
In Pune wurden wir außerdem auf eine kleine Houseparty eingeladen. Veranstaltungsort: Auf einem Hochhaus mitten in Pune - genialer Ausblick inklusive!
Jetzt sind wir aber wieder auf der Farm zurück. Ich hatte sogar schon ein wenig das Gefühl nachhause zu kommen..

Gerade vorhin hatte ich übrigens meine erste Motorrad-"Fahrstunde" beim Vater der Familie. Trotz höchster Motivation meinerseits endete sie mit den vergeblichen Versuchen das Motorrad zu starten... Aber wie ich in den drei Wochen in Indien gelernt habe:
Geduld bewahren und darauf vertrauen, dass sich immer ein Weg findet!

Es wird auf jeden Fall eine spannende Zeit, denn hinter jeder Ecke lauert etwas neues, wie etwa das Essen mit ausschließlich der rechten Hand, die vielen Tiere und die sehr netten Menschen.

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