Zwei Monate Indien...

Namaskar!

Nun bin ich mittlerweile über zwei Monate in Indien, von dem was ich erlebt habe, könnten es aber genauso gut vier Monaten sein – doch die Zeit verging bisher wie im Fluge.

Momentan spielt sich ein Großteil unserer Arbeitszeit (7 Stunden am Tag) auf den zukünftigen Feldern der Farm ab. So haben wir vier große und einige kleinere Terrassen im Berg gerodet und damit begonnen, Moringa zu pflanzen. In nächster Zukunft werden wir noch Kaffee-, Papaya- und Mangosetzlinge an die Hänge der Terrassen pflanzen. Bei ca 35 Grad und praller Sonne eine schweißtreibende Angelegenheit! Der abkühlende Regen fällt dieses Jahr leider sehr spärlich aus, was sich wohl oder übel auf die Reisernte auswirken wird. Da ist es eine angenehme Abwechslung zweimal die Woche in der offenen Lagerhalle Körbe zu packen – außerdem sind die vielen Gemüse- und Obstsorten die man dort hin und wieder probieren kann, nicht zu verachten. Nach besonders harten Arbeitstagen gönne ich mir abends gerne eine Tasse Kaffee, aus selbstgerösteten Kaffeebohnen direkt von der Farm.

An unseren freien Wochenenden waren wir bisher entweder in Pune oder in den nächstgelegenen Bergen. Die Strapazen durch den dichten Dschungel oder die heiße Sonne wurden von der genialen Aussicht in die vielen Täler definitiv jedes Mal wieder wett gemacht. So kann man von manchen Bergspitzen sogar bis nach Pune blicken, befindet sich aber mitten im Grünen, fernab von vollen Straßen und hohen Häusern.

Auch die schönste Aussicht kann uns aber leider nicht bei den Kommunikationsschwierigkeiten auf der Farm helfen. Oft kommt es zu Missverständnissen, da wir uns nur über einzelne Worte oder einfache Sätze unterhalten. Diese Probleme versuche ich aber als Ansporn zu sehen, weiter Marathi zu lernen, um mich irgendwann besser mit meinem Umfeld unterhalten zu können. Wie ich schon festgestellt habe, ist das Lernen aus einer Notwendigkeit heraus aber nicht mit dem Lernen in der Schule zu vergleichen – obwohl Marathi eine der schwierigsten Sprachen ist, fällt sie mir relativ leicht.

Ohne die Sprache verstehen zu müssen konnten wir am 21.09. am großen Finale des 5 tätigen Festes zu Ehren von Ganpati (Marathi = Ganesha) teilhaben. Es gab gutes Essen (noch besser als sonst), viel Musik und Tanz und am Ende wurden Ganpati-Figuren im nächsten Fluss zu Wasser gelassen. Die Begeisterung und die tiefe Überzeugung in den Augen der anwesenden Hindus war sehr faszinierend.

Sehr gespannt bin ich bereits auf die weiteren Projekte die unser Supervisor für dieses Jahr für uns geplant hat: Dazu gehört zum Beispiel ein Food-Forest auf den Terrassen, ein Teich um Regenwasser nach dem Monsun speichern zu können, eine Kompostieranlage, Reparaturen auf der Farm und viele weitere Ideen.

Update: Letztes Wochenende haben ein paar von uns Strand-„Urlaub“ in Goa gemacht. Es war nochmal wärmer als auf der Farm, recht stark touristisch geprägt aber trotzdem waren es sehr schöne zwei Tage! Es war einfach mal sehr angenehm den Kopf abzuschalten und sich von den Wellen treiben zu lassen. Ich hoffe die neu gewonnene Energie bleibt mir möglichst lange erhalten!

PS: Leider musste ich feststellen, dass die Tage hier prinzipiell zu kurz zu sein scheinen, daher habe ich bisher noch so selten die Zeit gefunden neue Artikel hochzuladen. Aber ich gebe mein Bestes, euch von nun an öfter auf dem Laufenden zu halten J

Mit freundlichen Grüßen von dem chaotisch, bunten Subkontinenten Indien

Aaron (oder wie ich hier genannt werde: Äärron ;) )

Wasserbüffel wie diese sieht man aufgrund ihrer enormen Stärke oft hier auf dem Land. Außerdem wird aus Büffelmilch eine Art Käse gemacht
Wasserbüffel wie diese sieht man aufgrund ihrer enormen Stärke oft hier auf dem Land. Außerdem wird aus Büffelmilch eine Art Käse gemacht
Bevor wir auf den Feldern arbeiten konnten, mussten wir vorher noch Büsche und Bäume mit Macheten aus dem Weg räumen
Bevor wir auf den Feldern arbeiten konnten, mussten wir vorher noch Büsche und Bäume mit Macheten aus dem Weg räumen
Mein Mitfreiwilliger Konstantin, einer unserer Farmhunde Tarra und ich vor dem Ganpati-Tempel unseren Nachbarns
Mein Mitfreiwilliger Konstantin, einer unserer Farmhunde Tarra und ich vor dem Ganpati-Tempel unseren Nachbarns
Wenn wir zwei kochen gibt es sehr oft frisches, biologisch angebautes Gemüse und dazu Reis oder Nudeln (laut der Familie hier essen wir nur Nudeln ;) )
Wenn wir zwei kochen gibt es sehr oft frisches, biologisch angebautes Gemüse und dazu Reis oder Nudeln (laut der Familie hier essen wir nur Nudeln ;) )

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