Frohes neues Jahr!

Im Nachfolgenden könnt ihr, falls ihr das noch nicht getan habt, meinen letzten Artikel aus den Kinzigtal-Nachrichten lesen…
Ganz ohne Schnee und geschmückten Weihnachtsbaum haben ich nun mein erstes Weihnachten fernab von Deutschland gefeiert. Obwohl es so ganz anders als alle vorherigen Weihnachten war, war es trotzdem sehr schön und witzig. Wir haben Heiligabend mit deutschen und indischen Freunden in Pune verbracht, was mal etwas anderes war, da nun wir diejenigen waren, die ihre Religion und Kultur präsentieren. Zwar ist Heiligabend in Indien auch ein Feiertag, jedoch ist Weihnachten lange nicht so ein wichtiges und großes Fest wie im Christentum. Ein vergleichbares Fest im Hinduismus ist Diwali, das „Lichterfest“.
Mittlerweile haben wir auf unserem Terassenfeld neun permanente Beete aus Dachziegeln, Holzschnitt, Kompost und Erde gebaut. In diesen wachsen Tomaten, Broccoli, Basilikum, Petersilie, Salat und in Zukunft noch viele weitere Arten. Es ist definitiv ein gutes Gefühl zu sehen, wie die unsere Pflanzen heranwachsen und dann, wie nun der Salat, geerntet und verkauft werden können. Immer mal wieder müssen wir aber auch um die jüngsten Pflänzchen bangen, da zur Zeit, aufgrund von Stromproblemen auch das Wasser zum Gießen nicht immer vorhanden ist. Da kommt es gelegen, dass die Temperaturen zur Zeit nur zwischen 20 und 30 Grad liegen.
Unsere Farm ist zwar hauptsächlich die Sammelstelle des Projekts Gorus, an der die Produkte sortiert und versendet werden, mit unserem Feld und den kommenden 2000 Kaffeepflanzen wird sie aber mehr und mehr zu einer Produktionsfarm. Da noch relativ viel ungenutzte Fläche zur Farm gehört, ist das bestimmt auch nur der Anfang. Etwa ein bis zweimal pro Monat wird sie zusätzlich als „Vorzeige-Farm“ für biologische Landwirtschaft genutzt. So kamen in den letzten Monaten Schulklassen aus unter anderem Frankreich und China für einen Tag auf die Farm und bekamen von uns kleine Führungen und unser Chef regte zu Diskussionen zu Themen rund um „Organic agriculture“ an. Es ist immer wieder interessant neue Leute auf der Farm zu haben und macht mich persönlich auch ein wenig stolz, jemandem zeigen zu können, was wir in den letzten Monaten mit aufgebaut haben. Nicht zu verachten ist aber natürlich die Hilfe die wir von manchen Besuchern bekommen.
Mit dem Ende von 2015 kommen wir auch der Halbzeit unseres Auslandsjahres immer näher. Wenn es so spannend und lehrreich weitergeht wie es angefangen hat, freue ich mich auf jeden Fall auf das kommende Jahr und auf die vielen neuen Projekte die es mit sich bringen wird – eine Biogasanlage um Gas fürs Kochen zu produzieren, ein Campingplatz für Besucher und natürlich die ein oder andere Reise durch dieses wunderschöne Land.

 

Update:
Nun ist meine Familie, die mich zwischen den Jahren besucht hatte, wieder zurück in Deutschland und die 12 Tage vergingen sehr schnell. Es war schön sie nach ungefähr einem halben Jahr mal wieder zu sehen und ihnen „mein Indien“ zu zeigen! Zwei Tage haben wir natürlich auf der Farm, die restliche Zeit in Mumbai und Pune verbracht.
Direkt nach der Abreise meiner Familie ging es für mich in Pune auf dem Kirloskar-Vasundhara-Film-Festival weiter, auf dem Gorus mit zwei Ständen vertreten war. Auf dem Festival ging es um Nachhaltigkeit und genau zu diesem Thema gab es Filmvorführungen und einen Eco-Bazaar mit Firmen und Gruppen wie Gorus, die sich für eine grünere Umwelt einsetzen. Ich habe an unserem Essensstand mit rein biologischen Speisen und Getränken gestanden und hatte so die Möglichkeit, interessante neue Leute kennen zu lernen.
Mittlerweile bin ich wieder auf der Farm und auf der sieht es weiterhin sehr gut aus. Die ersten zwei Salat-Beete sind sogar schon bald bereit für die zweite Bepflanzung… und so beginnt der Kreislauf von vorne 

 

PS: Da es in den Bergen zunehmend trockener wird und im Tal ein Fluss fließt, kommen nun abends immer öfter Affen herunter und sitzen dann manchmal direkt neben unserem Feld in den Bäumen und beobachten uns bei der Arbeit. Da macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß!

 

Liebe Grüße aus Nanegaon wünscht
der Aaron

Hier haben wir eine Schule in einem Nachbardorf besucht - eine schöne Erfahrung!
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Ein Teil des Öko-Basars auf dem Film-Festival. In der linken, hinteren Ecke ist unser Gorus-Verkaufsstand zu sehen
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Manchmal hat man die Chance sehr nahe an die Affen heran zu kommen, zumindest bis unsere zwei Hunde sie entdecken - dann ist Schluss mit der Ruhe
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