Zwei Wochen Tourist in Indien und der „Republic day“

Nicht mehr ganz aktuell, aber hier mein Bericht über meinen Jahreswechsel in Indien:

 

Mit meiner Familie habe ich zwischen den Jahren Mumbai und Pune besucht wo wir uns viele Sehenswürdigkeiten angesehen haben. Begonnen haben wir in Mumbai, mit dem Gateway of India - Das 26 Meter hohe Steintor aus der Kolonialzeit wirkte auf mich sehr prunkvoll und mächtig und ist ein absoluter Touristenmagnet. Von dort sind wir mit einer Fähre auf die circa eine Stunde entfernte Elephanta Island gefahren und haben dort einige Höhlentempel besichtigt. Es war sehr interessant wie groß einige dieser Tempel sind und wie viel Arbeit es gewesen sein muss, die gewaltigen Steinmassen abzutragen. Neben Verkaufsständen und kolonialzeitlichen Abwehranlagen waren auf der Insel außerdem viele Affen zu sehen, welche hin und wieder gerne von Touristen etwas Essen geschnappt haben.

 

Zurück auf dem Festland haben wir die Halbinsel Süd-Mumbais zu Fuß in Angriff genommen und so einige schöne Ecken und Straßen entdeckt, die sehr wahrscheinlich in keinem Reiseführer gestanden hätten. So kamen wir zum Beispiel zu kleinen und großen Märkten, auf denen zahllose Inder und Inderinnen anzutreffen waren, die sich dort mit den verschiedensten Gewürzen, Gemüse- und Obstsorten eindeckten. Zwischen den Bergen von Kurkuma, Koriander, Chilis, Okras, Maracujas, Papayas und vielem mehr, dürfen die Chai-Verkäufer natürlich nicht fehlen.

 

Zum Abschluss haben wir in Mumbai Dobi Ghat besichtigt, die weltweit größte Freiluft-Wäscherei. Von oben betrachtet sah man nur ein Meer aus trocknenden Kleidungsstücken die von überall her in Mumbai geliefert wurden. Recht erschreckend empfand ich die Tatsache, dass die Wäscher auch in Dobi Ghat leben und dann noch von Touristen bei der Arbeit beobachtet werden.

 

Zurück in Pune haben wir unter anderem den Parvati-Hill-Temple besucht, welcher auf einem grünen Hügel mitten in Pune liegt. Von dort aus hatten wir eine sehr schöne Aussicht auf die Millionenmetropole und im Rücken drei bunte hinduistische Tempel liegen. Außerdem sehenswert war in Pune der Aga-Khan-Palace in dem Mahatma Gandhi zwei Jahre von der britischen Kolonialherrschaft festgehalten wurde.

 

Natürlich habe ich meiner Familie auch die Gorus-Farm gezeigt, auf der ich nun seit fast sechs Monaten arbeite. Das war für meinen Besuch die Gelegenheit, Indien auf eine sehr ursprüngliche und traditionelle Art und Weise kennen zu lernen. In den Städten merkt man im Vergleich zu ländlicheren Gegenden schon stark den westlichen Einfluss, wohingegen man auf dem Land das „echte“ Maharashtra findet. Dazu gehören zum Beispiel die traditionellere Kleidung, das „real Maharashtra-Style“ Essen und auch, dass die Leute eher Marathi als Hindi oder Englisch sprechen.

 

Nach ihrer Abreise wurde am 26. Januar, dem Republic day, die neue Verfassung gefeiert, die 1950 in Kraft gesetzt wurde. Daher haben wir die Schule der zwei Farm-Kinder besucht, wo es eine kleine Feier gab. Hauptteil waren freie Vorträge der Kinder, in denen sie über den Republic day und andere wichtige Ereignisse in der indischen Geschichte sprachen. Auf mich machte dies einen recht militärischen Eindruck, außerdem waren die Ansprachen sehr von Nationalstolz geprägt. Ich bin froh in so nahem Kontakt zu den Menschen auf der Farm und im nächsten Dorf zu stehen, denn daher habe ich die Möglichkeit, solche Eindrücke aus nächster Nähe zu sammeln!

 

Für mich hat das Jahr 2016 sehr gut begonnen, was auf gute verbleibende vier Monate hoffen lässt – Da ich in Indien bin, bin ich auch sehr optimistisch was das angeht.

Update: Vor Kurzem hatten wir die erste deutsche Gruppe bei uns auf der Farm. Es war zur Abwechslung mal ganz lustig Besuchern der Farm auf Deutsch erklären zu können, was wir so alles bei Gorus machen und wie es für uns ist, in Indien zu leben. Die Kölner Studenten sind durch einen Austausch mit einer Universität in Pune nach Indien gekommen und haben hier zwei Wochen verbracht. Einen Tag davon waren sie mit Ashwin und uns in der ländlichen Gegend um Pune unterwegs und haben unter anderem die Farm besucht.

PS: Ende April steht eine zweiwöchige Reise nach Delhi, beziehungsweise von dort aus ins Himalaya an, also dranbleiben :)

Der Eingang zu einem der Höhlentempel auf Elephanta Island
Der Eingang zu einem der Höhlentempel auf Elephanta Island
Der Gateway of India mit dem danebenliegenden Taj Mahal Palace Hotel
Der Gateway of India mit dem danebenliegenden Taj Mahal Palace Hotel
Der Parvati Hill Temple in Pune
Der Parvati Hill Temple in Pune
Girgaum Chowpatty in Mumbai - Eine Flaniermeile am arabischen Meer die nachts zum Treffpunkt zahlloser Menschen wird und daher kaum ein Platz frei ist auf der Mauer
Girgaum Chowpatty in Mumbai - Eine Flaniermeile am arabischen Meer die nachts zum Treffpunkt zahlloser Menschen wird und daher kaum ein Platz frei ist auf der Mauer
Mit der aufgehenden Sonne im Rücken trägt einer der Schüler vor
Mit der aufgehenden Sonne im Rücken trägt einer der Schüler vor
Wie zu meiner Schulzeit - Großes Gemurmel unter den Schülern und Schülerinnen, wer denn als nächstes nach vorne muss.
Wie zu meiner Schulzeit - Großes Gemurmel unter den Schülern und Schülerinnen, wer denn als nächstes nach vorne muss.
Auf dem Weg zu einem von Gomukh gebauten Brunnen und Auffangbecken in den Bergen gab es immer wieder kurze Vorträge von unserem Chef Ashwin.
Auf dem Weg zu einem von Gomukh gebauten Brunnen und Auffangbecken in den Bergen gab es immer wieder kurze Vorträge von unserem Chef Ashwin.

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