Noch eine (letzte) Reise

Anfang Juni haben Philipp (ein Freiwilliger bei Maher in Pune, sein Blog: www.philippunterwegs.jimdo.com) und ich unsere letzte Reise von Indien aus unternommen. Mit dem Zug ging es erstmal vier Stunden nach Mumbai von wo aus wir mit dem Flugzeug nach Chennai geflogen sind. Nach ca 24 Stunden on tour und einer Nacht am Flughafen in Chennai ging es endlich unserem wahren Ziel entgegen: Sri Lanka.  Genauer gesagt sind wir in Colombo der Hauptstadt der kleinen Tropen-Insel gelandet. Diesen Urlaub hatten wir uns beide fest vorgenommen, da es von Indien doch um einiges schneller zu erreichen ist als von Deutschland. 

 

In Colombo haben wir den nächsten Zug ins Innere der Insel, nach Kandy genommen (auf Großstadt hatten wir beide nicht wirklich Lust – dummerweise haben wir erst später erfahren, dass Kandy die zweitgrößte Stadt der Insel ist).

 

Auf der etwa vier-stündigen Fahrt nach Kandy wurde mir eins schnell klar – wir sind im Dschungel,  zumindest hatte ich ihn mir immer so vorgestellt. Alles grün und nass, riesige Pflanzen und eine große Artenvielfalt. Natürlich ist indien während des Monsuns in den meisten dieser Aspekte nicht viel anders, dennoch war es eine wunderschöne Aussicht.

 

In Kandy haben wir zwei Nächte verbracht und uns zum Beispiel den See im Zentrum und den anliegenden buddhistischen Tempel angesehen, in dem ein Zahn des Buddha liegt. Außerdem haben wir die köstlichen Bäckereien der Sri Lankaner für uns entdeckt und die ersten Elefanten auf der Straße gesehen. 

 

Da es uns sehr oft empfohlen wurde haben wir zur Weiterreise wieder die Bahn genommen. Tatsächlich kam die Strecke zwischen Kandy und Ella allen Erwartungen nach und wir haben sogar viele Touristen gesehen, die nur für diese Fahrt mit Reisebussen an den Bahnhof kamen. Der Grund: Die Fahrt führt vier Stunden durch die auf ca. 1500 Meter liegenden Teeplantagen Sri Lankas (früher Ceylon). Die Insel ist eines der älteste Anbaugebiet für Tee und dementsprechend gigantisch sind auch die Felder. Geendet hat die zugfahrt mit dem Passieren eines Bergkamms, von wo aus wir zu beiden Seiten Kilometerweit nur Tee sehen konnten – wunderschönes Ceylon!

 

Recht unspektakulär ging es von Ella mit dem Bus nach Tissamahala. Die Wahl fiel auf diesen absolut nicht touristischen Ort, da er nahe am Yala Nationalpark liegt. Von vornherein war uns nämlich genauso wichtig wie das Nach-Sri-Lanka-Fliegen das Besuchen eines National Parks dort.

 

So ging es am nächsten Morgen um 6 Uhr mit anderem Touristen in einem Jeep gen Park. Die relative Unberührtheit dort war faszinierenden – von den Tieren ganz zu schweigen. So haben wir auf unserer 5 stündigen Fahrt neben zahllosen wunderschön bunten Vögeln auch Krokodile, Affen, Rehe und Elefanten gesehen. Trotz der Tatsache, dass im Yala Nationalpark die höchste Dichte an Leoparden anzutreffen ist konnten wir leider keinen sehen. Natürlich war die Safari auch ohne die sehr seltene Großkatze genial. An dem wohl unberührtesten Sandstrand den ich bisher gesehen habe, haben wir auch gehalten – 360 grad Natur pur, ganz ohne Hotels und Fischerboote.

 

Von Tissamahala im Süden ging es dann mit Linienbussen an die östliche Küste, nach Arugam Bay. Die kleine Surfer- und Aussteigerbochburg hat uns so gut gefallen, dass wir gleich drei Nächte in unserem Bungalow geblieben sind – das Meer in Hörweite. Nach Kultur, Natur und Reisen kam nun Strandurlaub. Neben den üblichen Aktivitäten wie am Strand entspannen, Schwimmen gehen und Bars und Restaurants austesten mussten wir natürlich auch den örtlichen Nationalsport ausprobieren: Surfen.

 

Morgens ging es erstmal mit einem Lehrer und einem Übungsbrett in die Wellen und ich muss sagen, es hat mir wirklich Spaß gemacht und auch gut geklappt. Nachmittags sich wir dann noch ein paar Stunden auf eigene Faust los – surfen kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Und am Rande: Dass der Ort größtenteils von Surfern besucht wird konnten wir tatsächlich sehr leicht an den vielen Männern mit langen blonden Haaren feststellen – Klischee ausnahmsweise mal bestätigt.

 

Nach ein paar Tagen Entspannung habe ich mich ziemlich gefreut mal wieder den Rucksack aufschnallen zu können und weiter zu fahren. Sechs Stunden dauerte die Fahrt mit Bussen von Arugam Bay in den Nord-Osten, nach Trincomalee. Im Stadtteil Uppuveli, der letzten Etappe unserer Reise, blieben wir vier Nächte in einem Gästehaus nahe am Strand. Hier strebten wir dieselben Tagesziele wie in Arugam Bay an – Seele baumeln lassen und die traumhaften Strände genießen. Da kam es genau passend, dass ein Stück unseren Strand runter eine Bar war, in der die Europameisterschaft übertragen wurde.

 

Eine spontane Angeltour mit anschließendem Barbecue konnten wir uns allerdings auch nicht entgehen lassen.

Für mich war das absolute Highlight des Nordens allerdings das Schnorcheln im Riff von Pigeon-Island. Mit dem wohl langsamsten Boot am Strand dauerte es eine halbe Stunde bis wir an den zwei kleinen Inseln anlegten – doch das war es absolut wert. Dort bekamen wir dann Taucherbrillen, Schnorchel und Flossen und los ging es. Im kristallklaren Wasser konnte man ganz leicht bis auf den Grund und all die bunten Fische sehen. Überall schwammen große und kleine von ihnen herum und wir haben es voll und ganz genossen ihnen dabei zuzusehen – so war es gar kein Wunder und noch weniger unsere Schuld, dass die Gruppe etwas auf uns zwei warten musste. Zusammen ging es dann nämlich mit einem Guide durch ein Riff auf der anderen Seite der Insel. Auch dort waren wieder ganze Schwärme schönster Tropen – Fische und Korallen in allen möglichen Farben und Formen. Das Highlight waren allerdings die etwa Fußballgroße Qualle (nein Mama, nicht giftig) und der Riff-Hai der zwar relativ klein aber dennoch atemberaubend anzusehen war.

 

Die Rückreise verlief reibungslos wie auf dem Hinweg, allerdings haben wir uns Betten im Schlafsaal des Flughafens in Chennai gebucht – die Bänke in der Halle des Flughafens hatten unseren vorherigen Test auf Bequemlichkeit leider absolut nicht bestanden.

 

Im Großen und Ganzen war unsere zweiwöchige Rundreise durch Sri Lanka einfach nur schön und der perfekte Abschluss wunderbarer Reisen in und um Indien. Und dass bei unserer Rückkehr der Monsun in Maharashtra vor der Tür steht, freut den Farmer in mir natürlich gleich nochmal – Nachhausekommen ist doch immer wieder schön!

 

Reiseempfehlung für Sri Lanka: definitiv! Am besten während der nebensaison und mit örtlichen Transportmitteln – so geht’s am günstigsten und man sieht das meiste vom Land (meine Meinung). 

 

In diesem Sinne, liebe Grüße aus Nanegaon und bis bald

Euer Aaron

Die wunderschöne Strecke von Kandy nach Ella mit einem Teefeld rechts
Die wunderschöne Strecke von Kandy nach Ella mit einem Teefeld rechts
Eins von vielen Krokodilen im Yale-Nationalpark
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Manche Elefanten kamen unserem Jeep so nahe, dass wir schon dachten sie suchen eine Mitfahrgelegenheit
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Unser kleines selfmade Barbeque nach der Safari
Unser kleines selfmade Barbeque nach der Safari
Die Aussicht aus unserem Stamm-Cafe in Arugam Bay
Die Aussicht aus unserem Stamm-Cafe in Arugam Bay

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Kommentare: 1
  • #1

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