Unsere Reise zum Taj Mahal und ins Himalaya

 

Ende April bin ich mit drei anderen Freiwilligen aus Pune zwei Wochen auf Reisen gegangen - für mich war es die erste große Reise in Indien.

 

Von Pune aus sind wir zuerst mit dem Zug ins ungefähr 24 Stunden entfernte Agra gefahren, wo wir den ersten Punkt auf unserer Liste hatten: Den Sonnenaufgang am Taj Mahal anschauen. Dieses 1648 errichtete Mausoleum aus Marmor, welches die Gräber von Großmogul Shah Jahan und seiner Frau Mumtaz Mahal beherbergt, war kleiner als ich es mir vorgestellt hatte – was nichts an seinem majestätischem Eindruck änderte.

 

Noch am selben Tag ging es dann weitere vier Stunden nach Neu Delhi. Die Hauptstadt Indiens mit ungefähr 21 Millionen Einwohnern kam mir aufgrund des Metro-Systems und den sehr guten und sauberen Straßen viel moderner als zum Beispiel Pune oder Mumbai vor.

 

In Delhi haben wir uns das Rote Fort und Indiens größte Moschee, die Jama Masijd, angeschaut und haben uns außerdem mit einem Freiwilligen getroffen, der dort in einer Schule für Slum-Kinder arbeitet. In diesem ist mir aufgefallen, dass Slums scheinbar ganz eigene Städte für sich sind – oft haben sie eigene Gesetze, Politiker und Viertel die nach Arbeit oder Herkunft eingeteilt sind. So kann ich es auch verstehen, dass uns in eben diesem immer wieder Leute begegnet sind, die zwar mittlerweile besser verdienen aber trotzdem nicht aus dem Slum ausziehen möchten - unter anderem aufgrund der sozialen Vorteile durch Freunde und Familie dort.

 

 

 

Relativ schnell haben wir die doch recht stressige Metropole wieder hinter uns gelassen und sind mit dem Bus 13 Stunden weiter in den Norden gereist - genauer gesagt nach Manali, unsere ersten Station im Himalaya. Nach dem fast regenlosen Sommer im Westen Indiens war der Blick aus unserem Hotelzimmer eine traumhafte Abwechslung: Weise Bergspitzen, glasklare Bergbäche und grüne Nadelwälder überall.

 

 

 

Von Manali aus sind wir, ebenfalls mit Bussen, ins 13 Stunden entfernte Örtchen Tosh gefahren. Das Schöne an diesem Dorf war für mich ebenso eine Kehrseite des Tourismus: Tosh schien sehr lange Zeit auf ca. 2500 Metern in Ruhe und Frieden zu liegen. Doch mittlerweile haben sich viele Gasthäuser und Restaurants ausgebreitet und scheinen, so kam es mir vor, den kleinen Ort zu übernehmen. Ebendiese Verbundenheit und Abgeschiedenheit hatten wiederum einen ganz besonderen Charme. Von dort aus haben wir eine Wanderung tiefer ins Himalaya gemacht und sind so an einem Wasserfall aus geschmolzenem Schnee und Eis gelandet - nach all der Arbeit, den neuen Eindrücken, dem Reisen und den riesigen Städten der mit Abstand friedlichste Ort seit Monaten.

 

 

 

Am Ende unserer Norden-Reise haben wir noch andere Volunta-Freiwillige in Dharamsala getroffen. Dieser Touristen-Ort ist seit 1959 Zufluchtsstätte des 14. Dalai Lama, dessen Haus wir ebenfalls besucht haben. Nach ihm kamen aufgrund der Konflikte zwischen Tibet und China aber noch viele Tausende weitere Tibeter nach Dharamsala geflüchtet. Die dadurch starke buddhistische Prägung kann man auch 2016 noch sehen - besonders an den vielen Mönchen die man überall sieht und die, so wirkte es auf mich, nur durch ihre Anwesenheit Ruhe und Frieden verbreiten.

 

 

 

Leider endete an dieser Stelle unsere chaotische und trotzdem sehr schöne Reise in den Norden Indiens, und es ging wieder ca. 40 Stunden mit Bus und Bahn nach Pune zurück – bei dieser Art zu Reisen ist Indien ausgezeichnet im Lehren von Geduld und Improvisation.

 

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